13.04.2010 19:28 | Armin
Test: Xplova G5
"Ciclosport revolutioniert den Outdoor-GPS-Markt" schrieb die renommierte Zeitschrift "bike" letzten Oktober zur Neuerscheinung des Xplova G5. Wir hatten Gelegenheit das von Ciclosport vertriebene Gerät zu testen, um zu sehen, ob das Xplova G5 hält, was es verspricht.
Der erste Eindruck
Das Xplova G5 hinterlässt mit seinem formschönen, stabilen und spritzwassergeschützten Gehäuse einen sehr positiven ersten Eindruck. Dieser wird jedoch bei einem Blick auf Display getrübt, das bereits in ausgeschaltetem Zustand stark spiegelt. Nach dem Einschalten wird der Standort bestimmt und die Karte geladen. Das Kartenbild ähnelt dem von Straßennavis mit dem Unterschied, dass im Xlpova G5 auch alle kleineren Feld- und Wanderwege vorhanden sind. Da es sich beim Kartenmaterial des Xplova um Vektorkarten handelt, ist nun auch eine automatische Streckenberechnung für Radfahrer und Wanderer möglich. Wie beim Auto-Navi kann man also beim Xplova G5 Start- und Zielpunkt eingeben und die Route wird automatisch berechnet, wobei die Routenführung sogar per Sprachausgabe erfolgt. War es bei bisher im Handel erhältlichen Outdoor-GPS-Geräten notwendig, eine Route mit Fremdsoftware am PC zu planen oder von einem Tourenportal herunterzuladen, so kann man diese Funktionalität des Xplova G5 schon als kleine Revolution bezeichnen.
Die technischen Daten
Das Xplova G5 verfügt über einen GloNav-GPS-Empfänger, der einen guten GPS-Empfang gewährleistet. Der integrierte Lithium-Polymer-Akku sorgt für bis zu 10 Stunden Laufzeit. Auch ein barometrischer Höhenmesser ist integriert. Das Mobilteil ist wasserdicht nach IPX7 Standard. Links des Displays sind drei etwas klein geratene, aber gut zu erfühlende Tasten angebracht. Die oberste Taste schaltet das Gerät bei längerem Drücken Ein und Aus. Durch kurzes Drücken kann die Helligkeit des Displays sowie die Lautstärke angepasst werden. Die mittlere Taste startet, pausiert bzw. beendet eine Aufzeichnung. Die untere Taste schaltet zwischen Kartenanzeige und Tachometer um. Wird sie länger als drei Sekunden gedrückt, so wird der Touchscreen gesperrt. Beim Bildschirm handelt es sich um ein transflektives Display, welches auch bei Sonneneinstrahlung gut ablesbar wäre, würde es denn nicht so stark spiegeln. Hier im Vergleich zu einem iPhone (links).
Auch die maximale Helligkeit lässt beim Xplova zu wünschen übrig. Hier der Vergleich zum beispielhaften Display des iPhone.
Das Xplova G5 verfügt über 2 GB internen Speicher sowie ein Kartenfach für SD-Karten bis 32 GB. Es steht also praktisch unbegrenzter Speicherplatz für eigene Routenaufzeichnungen zur Verfügung.
Ergänzen lässt sich das Xplova dank einer ANT+ Schnittstelle mittels eines Herzfrequenzgurts sowie eines Kombisensors für Geschwindigkeit und Trittfrequenz.
Im Lieferumfang des Xplova ist eine Straßen- und Outdoorkarte für ganz Deutschland enthalten, Österreich und demnächst auch die Schweiz sind zusätzlich zu erwerben. Auf dem Gerät befinden sich auch einige Radwege wie beispielsweise der Bodensee-Radweg vorinstalliert. Auf der mitgelieferten CD "Tour-Explorer Lite" finden sich die ADFC-Radrouten sowie zahlreiche Fernwanderwege in Deutschland. Toll!
Die Bedienung
Das Xplova G5 verfügt über einen berührungsempfindlichen Bildschirm (Touchscreen) der das Gerät einfach bedienbar macht. Der Funktionsumfang ist jedoch sehr groß, sodass mit einer entsprechenden Einarbeitungszeit gerechnet werden muss. Auch sind die Symbole nicht immer selbstsprechend, sodass man oft rätselt, was für ein Menüpunkt bzw. Funktion sich hinter einem Symbol verbirgt.
Das Xplova G5 lässt sich sehr gut als Fahrradtacho verwenden. Sowohl für Benutzer als auch für Räder können eigene Profile erstellt werden. Die Auswertungsmöglichkeiten aufgrund der zahlreichen Sensoren (GPS, Höhenmesser, Herzfrequenz, Trittfrequenz) sind vielfältig. Aufgezeichnete Touren können auf dem Gerät ausgewertet werden, wobei es für Durchschnittsgeschwindigkeit, Höhe, Herzfrequenz und Trittfrequenz sogar grafische Auswertungen gibt. Leider gibt es für die aufgezeichneten Touren in der mitgelieferten Software derzeit noch keine Möglichkeit des Exports als GPX, wobei laut Ciclosport mit einem baldigen Update zu rechnen ist. Bis dahin kann man sich behelfen, indem man die aktuelle Tour als GPX-Datei (history.gpx) direkt aus der Speicherkarte ausliest. Löscht man die aktuelle Tour und öffnet eine weitere Tour als Höhenprofil, wird die history.gpx mit der neuen Tour überschrieben.
Eigene GPX-Tracks können ganz einfach zur Navigation genutzt werden, wenn man diese zuvor in den Ordner "GPX-Tracks" auf der SD-Speicherkarte kopiert. Leider wird bei importierten GPX-Tracks lediglich der Tourenverlauf und die eigene Positon auf der Karte angezeigt. Ein aktives Routing zum jeweils nächsten Wegpunkt, geschweige denn Sprachausgabe, gibt es hier (noch) nicht.
GPS-Empfang des EvidenceGPS im Vergleich
Alle Geräte mit maximaler Aufzeichnungshäufigkeit eingestellt. Im Ort auf Gehweg in Fahrtrichtung rechts.
Gelb = Xplova G5
Rot = iPhone mit Trails-App
Blau = EvidenceGPS
Grün = Satmap Active 10
Die Empfangsgenauigkeit des Xplova G5 ist gut, wobei es gelegentlich zu kleinen Ausreissern kommen kann.
Fazit
Das Xplova G5 ist ein erster Schritt in Bezug auf die "Revolution des Outdoor-GPS-Marktes". Das automatische Routing ist eine tolle Sache, wenn es nicht systembedingt noch einige Hürden gäbe (mehr dazu demnächst in einem Extra-Artikel). Das Routing entlang importierter Routen ist noch verbesserungswürdig. Die Bedienung ist in Ordnung, lediglich die zahlreichen Einstellmöglichkeiten könnten übersichtlicher innerhalb eines Menüs strukturiert werden. Wenn Ciclosport/Xplova dem Gerät noch ein hochwertigeres Display spendieren würde, wäre dies eine klare Kaufempfehlung des GPS-Bloggers wert. Für einen Verkaufspreis von 500 € sollte man trotz der mitgelieferten Karten für ganz Deutschland etwas mehr erwarten dürfen.
Getestet mit Firmware Version 1.17.00
Lieferumfang
- Xplova G5
- Netzteil
- USB-Kabel
- Straßen- und Outdoorkarte Deutschland
- Fahrradhalterung
- PC-Software (nur Windows)
- Tour-Explorer Lite (nur Windows)
Preis
499 € bei Best of GPS
Wertung
Hardware: 34 Punkte
Software: 45 Punkte
Bedienung: 34 Punkte
Lesen Sie hier mehr zu unseren Testkriterien.
Gesamtwertung: 113 Punkte


07.05.2010 13:16 | Klaus
Vielen Dank für den ausführlichen Test!